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„Triple 9“ – die Review

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Spätestens wenn der Polizeicode 999 Triple 9 aus dem Funkgerät ertönt, geht es ums Ganze: Officer down ein Kollege ist verwundet, braucht dringend Hilfe. Jeder Cop, der gerade halbwegs in der Nähe des Geschehens ist, wird darauf reagieren. Wird alles andere beiseiteschieben, um dem bedrängten Kollegen beizustehen. Denn er weiß: Er könnte der nächste sein, der mit Triple 9 gemeint ist.

Das gilt natürlich auch in Atlanta und hier sogar in besonders hohem Maße: Denn Reg John Hillcoat (The Road, Lawless) hat in seinem grimmigen Thriller die Stadt als von Kriminellen angefüllten Hexenkessel gezeichnet.

Ein Tummelplatz unterschiedlichster Gangs und Banden, mit eiserner Hand regiert von der Russenmafia und besonders deren dortigen Anführerin Irina Vlaslov (Kate Winslet). Die hat es sogar geschafft, eine Handvoll korrupter Cops dazu zu bringen, für sie die Drecksarbeit zu übernehmen Mord und Überfälle eingeschlossen. Doch ein besonders  gewagter Coup fordert besondere Maßnahme: Um selbst freie Bahn zu haben, muss die Bande dafür sorgen, dass alle anderen Cops beschäftigt sind. Und das geht am einfachstem mit einem Triple 9. Selbst wenn das bedeutet, dass dafür ein Kollege geopfert werden muss…

Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Norman Reedus, Gal Gadot, Woody Harrelson, Kate Winslet wer in einem Film auf die Ballung solcher Star-Power samt damit verbundener mimischer Qualität stößt, weiß: Schauspielerisch kann da kaum etwas anbrennen. Was es auch nicht tut, in dem so klassisch wie straight gehaltenen Cop-Thriller im Stil eines Heat oder Training Day. Lediglich die Erzählung selbst beginnt hier und da etwas auszufransen. Das liegt nicht zuletzt an der Vielzahl von Figuren und Handlungssträngen, die Hillcoat in seinem düsteren Werk vor dem Betrachter ausbreitet.

Sehenswert ist der bleihaltige Thriller aber auf jeden Fall. Dafür sorgt nicht zuletzt Woody Harrelson als aufrechter Gesetzeshüter, der sich mit seiner – fast schon üblichen – überragenden Präsenz immer enger an die korrupte Bande heranermittelt. Vielleicht kein potentieller Klassiker aber 115 Minuten Spannung pur präsentiert von einer stattlichen Auswahl Hollywoods bester Darsteller.