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„Stolz und Vorurteil & Zombies“ – die Review

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Allen Dingen kann man sich aus mehreren Richtungen nähern auch Zombies (selbst, wenn dabei man immer eine Waffe in der Hand halten sollte). Man kann es straight machen wie Marc Forster in World War Z. Witzig wie Ruben Fleischer in Zombieland. Existentialistisch wie in der TV-Serie The Walking Dead – sogar romantisch wie Jonathan Levine in Warm Bodies. Oder man macht einfach einen Mix aus allem ob es zueinander passt oder nicht. Ein Mashup.

Schon in seiner Buchvorlage zu dem Film warf Multitalent Seth Grahame-Smith einfach den Jane Austen-Klassiker Stolz und Vorurteil in den Mixer, stopfte Zombies dazu und schaltete auf Feinpürieren. Das Ergebnis war gedruckt ein Riesen-Erfolg. Kein Wunder, dass auch Regisseur Burr Steers versucht, mit seiner Verfilmung an den literarischen Kult-Triebwagen anzukoppeln.

Das gelingt bestenfalls in kleinen Teilen: Denn die bizarre Geschichte über fünf Schwestern, die im England des 19. Jahrhunderts versuchen, sich gleichzeitig gegen Zombies und gesellschaftliche Zwänge zu verteidigen, hat filmisch ein echtes Balance-Problem. Sie nimmt sich zu ernst, wo sie ironisch sein sollte und leider auch umgekehrt. Was es ziemlich schwer macht, über klaffende Story- und Logik-Löcher hinwegzusehen. Anderen Stellen fehlt wieder der Mut zur Drastik ebenfalls nicht im Dienste eines potentiellen Kultfilmes.

Drama, Witz, Action, Horror irgendwie verfängt sich bei Stolz und Vorurteil Zombies zu viel Potential im Mittelmaß. Das ist zwar alles durchaus unterhaltsam anzusehen und weder die schauspielerischen Leistungen noch Ausstattung  oder filmischer Aufwand geben Anlass zu harscher Kritik. Doch speziell als Fan filmischer Kuriositäten kann man sich eines Gedankens nicht erwehren: Da wäre viel mehr drin gewesen.

Schlechten Filmen kann man vorwerfen, was sie sind. Schlecht. Einem Film vorzuwerfen, was er nicht ist – ihm vorzuhalten was er alles hätte sein können das ist nicht wirklich fair. Und wie gesagt: Der Mashup hat Zombies, Zombie-Kills, hübsche Frauen, solide Action, einige Schockmomente soweit alles im grünen Bereich. Jane Austen hat er auch ziemlich viel letztlich zu viel. Denn seine Achterbahn der Gefühle im Sinne des Originals wirkt über lange Strecken eher wie eine Persiflage. Leider ohne an den richtigen Stellen witzig und an anderen emotional zu sein. Da seufzt der Fan ein wehmütiges Tausche Gefühl-Chaos gegen mehr Zombie-Minuten.

Allzu viel Kult-Potential hat er daher nicht. Aber man muss einräumen: Die Kombination aus Liebhaber klassischer englischer Literatur und gleichzeitig Fan aufbegehrender Untoter ist im echten Leben eher selten. Jane Austen Fans bleiben ja somit noch immer die anderen Verfilmungen. Und Zombie-Fans ein Trost: Das England des 19. Jahrhunderts war offenbar voll mit scharfen Klingen. Und Klingen + Zombies = gute Ausgangsbasis für Zombie-Kills. Nicht wenige davon ausgeführt von durchaus präsentablen Maiden.

Der Trailer zu Stolz und Vorurteil Zombies