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„Professor Love“ – die Kritik

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Als in Ehren und Attraktivität angegrauter Professor für Romantische Literatur in Cambridge bemüht sich Pierce Brosnan nach Kräften, das Leben nicht an sich vorbeirasen zu lassen. Und das macht er ziemlich gut  speziell was den erotischen Teil betrifft. Natürlich mit den üblichen Einschränkungen für überzeugte Singles: Romanze? Klar. Bett? Auf jeden Fall. Treueschwüre? Eher nicht. Jedenfalls bis seine aktuelle Geliebte (Jessica Alba) schwanger wird. Dann heißt es plötzlich: Haus, Kind, Pool, Verantwortung noch dazu im sonnigen Kalifornien. Das klappt zwar unerwartet gut von gelegentlichen Phantomschmerzen zum Single-Leben abgesehen aber so alles in allem…

Dass dann ausgerechnet sein frisches Weib das Herz an einen weit Jüngeren verliert, stürzt Professor Love ins nackte Chaos. Und damit sein Sohn nicht mit ins selbige gerissen wird, bekommen die beiden Jungs von ihrer abtrünnigen Frau und Mutter auch noch einen Babysitter ins Leben gesetzt. Ihr große Schwester (Salma Hayek). Die ist resolut, pragmatisch, emotional und noch dazu überaus attraktiv. Aber das war ihm ja schon vor einigen Jahren aufgefallen  dummerweise kurz bevor damals die Bombe mit der Schwangerschaft platzte…

Manchmal ist es einfach nett, gestandenen Profis bei der Arbeit zuzusehen. Das ist denn zwar meist nicht mit großen Überraschungen verbunden. Aber wer braucht die schon? Jedenfalls wenn es um die  gute alte Romcom geht – also den filmischen Mix aus Romanze und Komödie. Zwar mit großer Routine aber dennoch sichtlich passender Chemie spielen sich Pierce Brosnan, Salma Hayek und Jessica Alba die Bälle in ihrem emotionalen Dreieck zu. Da trifft nicht jeder ins Körbchen  aber doch genug, dass man sich von der filmisch auf Hollywood-Hochglanz gebürsteten Vorstellung Seele und immer wieder auch Zwerchfell streicheln lassen kann. Selbst wenn man einiges, vieles, nicht wirklich hinterfragen sollte. Zum Beispiel, warum zwei extrem attraktive Schwestern bereit sind, mit einem alten Schwerenöter ins Bett zu hüpfen. Ja, ja  die Unberechenbarkeit der Liebe…

Feelgood? Auf jeden Fall. Tiefgang? No way. Alles schon mal gesehen? Leider ja. Aber echte Innovationen sind in dem Genre nun mal per se Mangelware. Also dann doch lieber bewährte Routine statt taufrischem Herumgebastel und wer mit diesem Ansatz leben kann, ist  bei Professor Love 100 Minuten lang in guten Händen.

Der Trailer zu Professor Love