Loader


„La La Land“ – die Kritik

00

Und wäre La La Land der einzige Film, der 2017 auf die Leinwand kommt für alle Romantiker wäre es ein erfülltes Kinojahr. Die von Regisseur Damien Chazelle geschriebene und inszenierte Episode im Leben von Nachwuchs-Schauspielerin Mia (Emma Stone) und Jazzpianist Sebastian (Ryan Gosling) steckt so voll Zauber, Gefühl und Witz, dass sie für ein ganzes Jahr problemlos ausreichen. Auch voller wundervoller Melodien: Denn das Meisterwerk über kreatives Leben und Sterben in L.A. ist noch dazu ein Musical. Bloß, dass im Gegensatz zu vielen Vertretern des aus der Zeit gefallenen Genres die Szenen zwischen den wundervollen Songs nicht nur die Lücken dramaturgische füllen, sondern Dank fast schon klassischer Story und grandiosen Stars das überlebensgroße Hollywood mit all seinen Schattenseiten feiern.

Zerriebene Träume

Denn in dem System aus Stars, Sternchen und Sternschnuppen, aus Verlieren und Fanatikern, Business und bigger Business drohen sich die beiden kreativen Seelen endgültig zu verlieren. Sie, die ewige Zweite bei den Castings. Er, der Jazz-Fundamentalist in Zeiten von Sampling und Megashows. Auf ihrem anscheinend unaufhaltsamen Weg an den Rand des Showbusiness stolpern die beiden immer wieder ineinander. Schicksal, eben – an das beide so lange vergebens geglaubt haben, bis sie das Vertrauen darin fast endgültig verloren haben. Doch eben nur fast. Und irgendwann erkennen sie die verwandte Seele im anderen – und versuchen, ihrem Gegenüber den Glauben an seine Träume zurückzugeben. Unbeirrbar und voll Hingabe. So intensiv, dass beide darüber vergessen, auch selbst einmal einen Traum gehabt zu haben…

Kleines Wunder aus der Traumfabrik

Bereits Whiplash, der zweite Spielfilm des 32-jährigen britischen Regie-Wunders Damien Chazelle, wurde mit drei Oscars geehrt. Wenn sein drittes Werk bei der diesjährigen Verleihung keinen der Goldjungen zugestanden bekommt, hat Hollywood die Verbeugung nicht verdient, die das Werk ihm zukommen lässt. Denn La La Land ist ein kleines Wunder, wie es im Kino nur von Zeit zu Zeit passiert. Ein Werk, das so viel mehr ist als die Summe seine Teile. Eines, das exquisite Bilder, eine berührende Story und schauspielerische Virtuosität zu filmischer Magie veredelt, in der man sich völlig verlieren kann – und auch sollte. Eine Hommage an Hollywoods goldenen Zeiten, eine filmische Umarmung für alle Träumer und hoffnungslosen Fälle, eine Lovestory aus einer besseren Welt und so vieles mehr. Dazu voll Witz, Wundern und Wärme, wie sie uns nur die Traumfabrik schenken kann – aber es viel zu selten tut.

Emma Stone und Ryan Gosling grandios

Doch bei allem Respekt für die grandiose Inszenierung: Vor allem, sind es die beiden Hauptdarsteller, die den Film tragen – hinweg über alle drohenden Klippen von Kitsch und süßlicher Romantik. Nie zuvor haben Emma Stone und Ryan Gosling sichtbarer werden lassen, zu was sie darstellerisch in der Lage sind. Übrigens auch stimmlich: Was ihnen bei ihren ergreifenden Songs tatsächlich an Volume fehlen sollte – und das ist zumindest in Emma Stones Fall wirklich nicht viel – machen sie durch pures Gefühl spielend wett. Wodurch sich ihre traumhaften Gesangseinlagen nicht nur im Ohr, sondern auch in der Seele des Publikums nachhaltig verankern. Somit steht schon jetzt das filmische Traumpaar 2017 fest. Eines, dessen verzweifelte Liebe dem Publikum noch näher kommt, ist kaum zu erwarten. Nicht in diesem Jahr – und auch in den folgenden nur mit sehr viel cineastischem Glück.

Der Trailer zu La La Land