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Krank und kaputt: Diese Filme waren dem Publikum einfach zu viel

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Tetsuo: The Iron Man (1989)

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Die Musik von Chu Ishikawa allein reicht schon aus, um machen Zuschauer in den Wahnsinn zu treiben. Tetsuo: The Iron Man lässt sich ohne Weiteres als filmhistoristisch relevanter Baustein im Cyberpunk-Genre beschreiben. Vorbereitet auf das was in diesem Film letztlich passiert, ist man dann aber trotzdem noch nicht. Wunden voller Maden, riesige Bohrmaschinen-Penisse und Metall-Fetischisten. Absolut verrückt – vollkommen grenzwertig. 

Taxidermia (2006)

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Willkommen in Ungarn. Willkommen im Hirn von György Pálfi. Hier wird gewichst, gefressen und geschlachtet als gäbe es kein Morgen mehr. Auf dem Papier erscheint Taxidermia als das metaphysische Generationen-Portrait einer ungarischen Familie. Im Film stopfen sich dann allerdings Tierpräparatoren selbst aus, während zünftig im Strahl gekotzt wird. Wer keine Lust hat, das Wort Groteske zu googeln, der kann stattdessen auch Taxidermia gucken. Damit dürften alle Fragen geklärt sein. Ein sehr kluger, sehr, seeehr durchgeknallter Streifen. Wahrscheinlich geht es um das Thema “Körper”.

Things (1989)

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Der Ultra-Trash darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Der, eh, sagen wir mal Horror, -Film, “Things war eigentlich im Anus der späten 80er Jahre verschwunden, bis irgendein Vollidiot das niederträchtig verspulte Geschöpf doch noch auf den Markt brachte, um verirrte Filmnerds damit zu belästigen. Eine zutiefst bedauernswerte Seherfahrung, die sich anfühlt wie eine schlechte Hochzeitsfeier für David Cronenbergs Niere und Hitlers Schäferhund. Bitte verbrennen, wenn euch das Teil in die Finger bekommt. 

Funky Forrest (2005)

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Wir versuchen erst gar nicht zu beschreiben, um was es in diesem Film von Katsuhito Ishii und Hajimine Ishimine inhaltlich geht. Immerhin sind vor uns schon dutzende Rezensenten an dieser Aufgabe gescheitert. Funky Forest muss man eben nehmen, wie er kommt als hyperaktive Grenzerfahrung. Wer Vorurteile über den absurden Wahnsinn der Japanischen Popkultur bestätigen möchte, der wird hier mehr als fündig. Ein komplett durchgeknallter Japano-Trip ins Surreale, der sich anfühlt wie der Genuss einer Kiste Red Bull im Bällebad von Ikea.

Sweet Movie (1974)

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In diesem Fall reicht es vollkommen, die offizielle Synopsis frei zu übersetzen. Die spricht für sich: Sweet Movie erzählt die miteinander verwobene Geschichte von zwei Frauen. Eine fast stumme Schönheitskönigin steigt in einen kalten Entzug und den Wahnsinn ab, während eine andere Männer und Jungs für Sex, Tod und revolutionäre Gespräche auf ihr Süßigkeiten-Schiff lockt. Die Schönheitskönigin wechselt von ihrem wohlhabenden Ehemann, der während ihrer Flitterwochen gerne auf sie uriniert, zu einem Mann, der sie schlägt und schließlich in einen Koffer steckt. Der Film endet auf dem Banquet einer Österreichischen Kommune. Die Teilnehmer unter anderem Hebammen kotzen, koten und schneiden Dildos ab. Noch Fragen?

Black Devil Doll From Hell (1984)

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Schon gewusst, dass Chucky Die Mörderpuppe einen furchtbar schlechten Blaxploitation-Vorfahren hatte? Vier Jahre bevor Chucky den Horror-Mainstream eroberte, machte die Black Devil Doll From Hell bereits die Straßen von New York unsicher. Es geht hier offenbar um eine dämonisch besessene Puppe, die die ganze Zeit Bitch schreit und Menschen an Betten fesselt. Man beachte auch den erstaunlichen bescheidenden Soundtrack. Kranker Trash! 

Gozu (2003)

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Takashi Miike ist immer ein Ereignis. Wer den japanischen Filmemacher und chronischen Störenfried noch nicht kennt, sollte diese bedauerliche Wissenslücke unbedingt schließen. Miikes Mut und Vielseitigkeit ist legendär. Mit der Low-Budget Frace Gozu aus dem Jahr 2002 schoss der umtriebige Meister seines eigenen Fachs aber meilenweit über das Ziel hinaus. Das Schöne daran: Das soll so. Griechische Mythologie, Yakuza-Mobster, sprechende Vulvas und dämonische Kühe. Muss man sehen, um es zu glauben. Also viel Spaß mit “Gozu“.