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Können wir Blockbuster bald schon zwei Wochen nach Kinostart zu Hause genießen?

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Wenn heute ein Blockbuster wie Rogue One: A Star Wars Story in die Kinos kommt, hat man zwei Möglichkeiten: Man kauft sich zeitnah ein Kinoticket und sieht ihn sich an. Oder man wartet in etwa ein halbes Jahr, bis der Film als DVD, Blu-ray oder Stream zu haben ist. Das funktioniert vom Prinzip schon viele Jahrzehnte so.

Doch jetzt werden in Hollywood immer stärker Überlegungen laut, dieses sogenannte Kinofenster deutlich zu verkleinern oder gar komplett abzuschaffen. Es sind natürlich die großen Studios, die hier den Takt vorgeben: Warner-Chef Kevin Tsujihara hat schon vor einiger Zeit gegenüber Investoren erklärt, dass hier Gespräche mit den Kinobetreibern laufen würden die von der Idee verständlicherweise alles andere als begeistert sind.

Billiger wird’s nicht

Auch Fox und Paramount liebäugeln wohl stark mit dem Gedanken, Filme weit früher auch außerhalb der Kinosäle verfügbar zu machen letztere haben damit in den USA auch schon herumexperimentiert. Zwei Wochen ist der Zeitraum, der hier immer wieder genannt wird. Zwei Wochen in den Kinos und dann ab damit auf Kanäle, die das jeweilige Filmerlebnis bis ins Wohnzimmer bringen können.

Aber Vorsicht: Wie immer dienen solche Revolutionen ausschließlich einem Zweck: Der Gewinnmaximierung. Für einen taufrischen Film, der nach Hause gestreamt wird, können dann durchaus Summen von 50 Dollar aufgerufen werden. Schließlich wollen die Studios ja daran nicht weniger verdienen, als wenn die Familie sich ihre neuen Werke im Kino ansieht.

Walt Disney bremst noch etwas

Lediglich Walt Disney scheint dem neuen Geschäftsmodell noch skeptisch gegenüber zu stehen. Und das aus ganz einfachem Grund: Mit riesigen Erfolgen wie The First Avenger: Civil War, Zoomania, Findet Dorie und The Jungle Book war 2016 für den Filmgiganten immens einträglich. Warum also am Geschäftsmodell herumpfuschen wenn’s gerade extrem sahnig läuft?

Doch eines steht fest: Das aktuelle exklusive Fenster für die Kinoauswertung wird es in dieser Form nicht mehr lange geben. Wir müssen den Konsumenten mehr und frühere Wahlmöglichkeiten anbieten, lautete dazu ein Statement von Tsujihara. Natürlich immer in der Hoffnung, damit möglichst großen Reibach zu machen. Ob und wie weit die Kinolandschaft unter der Umstellung leiden sollte, spielt für die Studios dabei eine höchst untergeordnete Rolle.