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Game of Thrones Staffel 6: Recap zu Folge 1 – „Die rote Frau“ (Spoiler!)

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Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir auf Details von “Game of Thrones” Staffel 6, Folge 1 in diesem Artikel eingehen werden. Ihr solltet also im Vorfeld die Episode gesehen haben, damit wir nicht Gefahr laufen, euch etwas zu verraten. Wie ihr dem Spektakel in Deutschland beiwohnen könnt, erklären wir euch in dem verlinkten Beitrag  “Game of Thrones” Staffel 6 im Stream.

Bei dem nun folgenden Recap werden wir die einzelnen Handlungsorte der Folge durchgehen, weswegen die geschilderten Ereignisse nicht in dieser zeitlichen Reihenfolge abgelaufen sind, es ist so aber leichter, einen Überblick zu behalten.

Die Nachtwache – Kehrt Jon Schnee von den Toten zurück?

Da liegt er also. Blutüberstromt im Schnee, verraten und erdolcht von den eigenen Leuten. Nur weil diese mit seiner Flüchtlingspolitik nicht einverstanden waren. Die große Aufmerksamkeit im Vorfeld der Folge galt natürlich Jon Schnee (Kit Harington), der im Cliffhanger der bislang letzten Folge aus Staffel 5 vermeintlich das Zeitliche gesegnet hatte. An diesem Zustand änderte sich auch in “Die rote Frau” nichts. Der ehemalige Kommandant der Nachtwache ist weiterhin erkaltet, wie uns gleich in der ersten Szene gezeigt wird. Davos (Liam Cunningham) hatte nach dem Tod von Stannis (Stephen Dillane) endlich wieder jemanden gefunden, bei dem seine Loyalität gut aufgehoben wäre und nun muss er dessen Leichnam wiederum vom kalten Boden aufheben.

Zusammen mit einigen wenigen treuen Seelen, die den heimtückischen Mord an Jon nicht hinnehmen wollen, und Schattenwolf Geist verbarrikadiert er sich inklusive Leiche in der Schwarzen Festung, da er – wohl zu recht – den Zorn der Meuterer befürchten muss. Um gegen die bewaffnete Bedrohung eine Chance zu haben, verlässt einer von ihnen die Schwarze Festung, um diejenigen zur Hilfe zu holen, die Jon Schnee ihr Leben verdanken. Der Kampf Wildlinge gegen Nachtwache dürfte folglich in die nächste Runde gehen.

Game of Thrones: Staffel 7 bestätigt, aber was folgt danach?

Zunächst haben wir aber den herbeigesehnten Auftritt von Melisandre (Carice van Houten), die auf den Anblick von Jon Schnees Leiche äußerst bestürzt und ratlos reagiert. Sie habe ihn in ihren Visionen in Winterfell kämpfen sehen, murmelt sie noch, bevor sie sich abwendet und die Hoffnung so mancher Zuschauer nicht erfüllt. Zumindest noch nicht. Jon wird bis auf Weiteres tot bleiben, womit die Diskussionen um ihn aber sicherlich noch nicht abebben dürften. Dass Kit Harrington nur ans Set zurückkehrt, um sich blass schminken zu lassen und regungslos auf einem Holztisch zu liegen, kann man sich dann doch nicht vorstellen.

Die größte Überraschung der ersten Folge gebührt dennoch Melisandre  – dem nicht vorhanden Lazarus-Gedächtnis-Trick zum Trotz. In der letzten Einstellung sehen wir sie in ihrem Zimmer, wie sie nicht zum ersten Mal die Hüllen fallen lässt und gerade, wenn man sich fragt, ob “Game of Thrones” eine Nackte-Frauen-Quote erfüllen muss, wird die Szene in eine unerwartete Richtung gelenkt. Melisandre streift ihr Amulett ab, dessen rotes Leuchten erlischt und uns einen Blick auf ihr wahres Ich gewährt: Das einer sehr alten, gebrechlichen Frau. Die Frage ist aber, ob dieser Schockmoment in den kommenden Episoden noch Konsequenzen nach sich ziehen wird und wenn ja, in welcher Form? Sollte diese Enthüllung nur so stehen gelassen werden, kann man den Sinn hinterfragen, da sie einem ohnehin seltsamen und unheimlichen Charakter keine gravierend neuen Eindrücke hinzufügt.

Bei den Boltons – Es gibt Hoffnung für Sansa

Andernorts im Norden von Westeros kämpfen sich Sansa (Sophie Turner) und Theon (Alfie Allen) nach ihrer Flucht von Winterfell durch die winterliche Wildnis. Diese Etappe endet jedoch, da Ramsay Bolton (Iwan Rheon) längst seine Männer und die gefürchteten Hunde auf sie losgelassen hat, die die beiden stellen. Ein selbstloser, aber ziemlich kläglicher Versuch von Theon, sein Leben für Sansas zu Opfern, scheitert. Doch glücklicherweise ist die Rettung nicht weit. Brienne (Gwendoline Christie) und Podrick (Daniel Portman) können die Soldaten der Boltons überwältigen und Brienne ihren Treueschwur wiederholen, den Sansa diesmal akzeptiert.

Nach all den tragischen Kapiteln in Sansas Vergangenheit herrscht endlich wieder Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang für sie. Wobei, wir reden hier schließlich immer noch von “Game of Thrones”; folglich dürfte Sansa eigentlich die schwärzeste Stunde bevorstehen, nun, da sich alles zum besseren zu wenden scheint. Zunächst kann sie aber hoffentlich von Brienne erfahren, dass ihre Schwester Arya (Maisie Williams) noch lebt.

Braavos – Die Ausbildung von Arya geht weiter

Machen wir direkt beim jüngsten Mädchen der Starks weiter: Arya befindet sich weiterhin in Braavos, wo sie erblindet um Almosen bettelt. Wer aber denkt, dass ihre mangelnde Sehkraft gleichbedeutend mit dem Ende ihrer Ausbildung bei den “gesichtslosen Männern” ist, der hat sich geirrt. Denn ihre alte Rivalin tritt wieder in Erscheinung und wirft der verdutzend Arya einen Holzstab hin, mit dem sie sich verteidigen soll. Dies läuft allerdings nicht wie gewünscht ab und Arya muss einige Schläge mit ihrem Gesicht bremsen.

Offensichtlich handelt es sich bei ihrer Spontan-Erblindung nur um die nächste Stufe der Assassinen-Schule. Vermutlich soll Arya nun die Kunst des Kämpfens erlernen und sich dabei nicht nur auf ihren Sehsinn verlassen; ähnlich wie Luke Skywalker in “Krieg der Sterne“.

Königsmund – Alles beim Alten

In der Hauptstadt von Westeros hat sich derweil nicht wahnsinnig viel getan. Margaery Tyrell (Natalie Dormer) befindet sich in den Händen der “Spatzen” und die religiöse Bewegung macht keine Anstalten, die Königin ohne ein Geständnis zu entlassen. Währenddessen kommt Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) mit der Leiche seiner Tochter Myrcella (Aimee Richardson) im Gepäck zurück und seine Schwester Cersei (Lena Headey) muss die Erkenntnis gewinnen, dass bereits zwei ihrer drei Kinder tot sind. Sie redet im Anschluss mit Jaime über die Prophezeiung der Hexe, die ihr auch den Tod des letzten Kindes vorhergesagt hatte. Cersei wirkt katatonisch, da sie trotz ihrer Bemühungen die düstere Prognose nicht abwenden konnte, sondern sie sogar erst heraufbeschworen hat. Jaime will davon aber nichts wissen und versucht seine Schwester und Geliebte mit seinem Kampfesmut anzustecken, indem er sich mit ihr gegen den Rest der Welt verbündet.

5 zauberhafte Alternative zu “Game of Thrones”

Auch wenn Cersei in dieser Folge verletzt und gebrochen gewirkt hat, man kann sich ziemlich sicher sein, dass sie ihre Feinde nicht einfach so davonkommen lässt. Sie wird ihr letztes Kind nun mit allen Mitteln verteidigen, andernfalls wäre sie nicht Cersei. Es bleibt aber abzuwarten, ob sie aufgrund des Mordes an ihrer Tochter einen Krieg mit Dorne beginnt. Interessant bleibt auch das Schicksal von Margaery und vor allem, wie lange das Haus Tyrell tatenlos zusieht und sie in der Gewalt von religiösen Fanatikern lässt.

Dorne – Viva la revolución!

Leiten wir über zu Dorne, wo Ellaria Sand (Indira Varma) nach dem Mord an Myrcella keine Zeit vergeudet und ihren Worten Taten folgen lässt. Bereits in Staffel 5 von “Game of Thrones” machte sie deutlich, dass sie das Vorgehen von Doran Martell (Alexander Siddig) nicht unbedingt unterstützt. Die Intrige gegen den König bekommt nun jedoch eine blutige Komponente, denn Ellaria putscht gegen den König und lässt dessen Verbündete ermorden, wozu auch Trystane (Toby Sebastian) zählt. Dabei wird deutlich, dass Ellaria viele Verbündete in der Garde des alten Königs hat, denn diese beobachten teilnahmslos den Mord an ihrem Herrn.

Der uneheliche Spross hat es damit in kurzer Zeit geschafft, seine Macht in Dorne massiv auszubauen und kann nun gestärkt einer Konfrontation mit den Lennisters entgegenblicken, sofern es von dieser Seite zu einem Racheakt kommt.

Essos – Sitcom-Anleihen bei den Dothraki

Jenseits von Westeros befindet sich Daenerys (Emilia Clarke) nach dem Ausflug mit ihrem Drachen inzwischen da, wo ihre Reise begonnen hatte: In der Gewalt der Dothraki. Die emanzipierte Frau wird in der Folge wieder mit sexistischen Kommentaren konfrontiert, denn das Nomaden-Volk sieht in der Gefangenen lediglich ein Objekt zur Lustbefriedigung. Dabei offenbaren die stolzen Reiter aber ungewohntes Comedy-Potenzial, reißen “Deine Oma”-Witze und befassen sich mit einer durchaus unterhaltsamen Grundsatzdiskussion, über die schönen Dinge des Lebens. Um ihrer drohenden Vergewaltigung ein Ende zu setzen, gibt sich Daenerys als Witwe von Khal Drogo (Jason Momoa) zu erkennen. Es ist zwar verboten, mit der Witwe eines Khals zu schlafen, jedoch schreiben die Sitten der Dothraki auch vor, dass die Khal-Witwen ihr restliches Leben im Tempel von Vaes Dothrak verbringen.

Der Schachzug von Daenerys fällt damit wohl in die “Wie gewonnen, so zerronnen”-Kategorie, denn dass sie ihre verbleibenden Jahre an der Seite anderer Witwen verlebt, war sicherlich nicht ihr Plan. Glücklicherweise ist Rettung auf dem Weg, denn Daario Naharis (Michiel Huisman) und Jorah Mormont (Iain Glen) versuchen sich bereits als Spurenleser. Bei dieser Gelegenheit erinnert uns Jorah dankenswerterweise daran, dass er von einem Steinmenschen berührt wurde, indem er bedeutungsschwanger auf seinen Arm guckt. Natürlich könnte auch der Drache Drogon seiner Mutter zur Hilfe eilen, von dem war in “Die rote Frau” aber nichts zu sehen.

Das große “Game of Thrones”-Quiz

In Meereen ist in der Zwischenzeit ohne die Herrscherin der Alltag etwas strukturlos. Dort sehen wir Tyrion (Peter Dinklage) und Varys (Conleth Hill), die einmal mehr ihre gewohnt guten Dialoge zum besten geben und durch Sprachschwierigkeiten für einen lustigen Moment sorgen. Zum Abschluss ihrer leider viel zu kurzen Szene dürfen sie auch noch mitteilen, dass Daenerys wohl nicht so schnell nach Westeros segeln wird: Ihre Schiffe liegen brennend im Hafen.

Fazit von “Die rote Frau”

Das Fanlager von “Game of Thrones” kann man nach der ersten Folge von Staffel 6 wohl in zwei Teile spalten. Zum einen hätten wir da die Zuschauer, die sich im Vorfeld nicht noch einmal explizit mit den Geschehnissen aus Staffel 5 beschäftigt haben. Für die dürfte Folge 1 der sechsten Season eine sehr gute Auffrischung gewesen sein, denn wir wurden in kurzer Zeit von einem Handlungsstrang zum nächsten geführt und konnten damit eine Übersicht gewinnen, wo uns überall Konflikte in der kommenden Staffel erwarten.

Die anderen aber, die sich intensiv mit der vorherigen Staffel beschäftigt haben oder einfach so tief in der Materie stecken, waren wohl eher enttäuscht. Das Hin- und Herspringen zwischen den vielen Orten und Personen erlaubte nicht wirklich, dass Einzelschicksale zur Entfaltung kamen. Die Highlights waren deswegen genauso rar gesät, wie bahnbrechend neue Erkenntnisse oder relevante Weiterentwicklungen der Geschichte. Jon Schnee ist weiterhin regungslos und wir wissen weiterhin nicht, ob es dabei bleibt. Cersei hat von dem erwartbaren Tod ihrer Tochter erfahren, wie sie nun fortfährt, bleibt aber offen. Daenerys befindet sich immer noch in fremder Gewalt, lediglich das Ziel hat sich geändert und zwischen Sansa und Brienne kam es endlich zu der erwartbaren Allianz.

Man kann nur hoffen, dass die weiteren Folgen von Staffel 6 nicht ähnlich verfahren, sondern sich pro Folge jeweils wechselnde Figuren herauspicken und deren Geschichten konsequent weiterentwickeln. Ansonsten könnte schnell für alle Langeweile aufkommen, aber diesen Teufel wollen wir nicht an die Wand malen. Stufen wir Episode 1 lieber als ein Luftholen ein, dass uns auf die rasanten Geschehnisse vorbereitet, die da noch kommen mögen. Einen ersten Eindruck von der nächsten Folge könnt ihr euch schon jetzt mit dem folgenden Trailer machen.