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Fear the Walking Dead Midseason-Finale Recap: Shiva

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In Folge 6 von “Fear the Walking Dead” hoffte unsere Gruppe rund um Madison (Kim Dickens), Travis (Cliff Curtis), Daniel (Ruben Blades) und Strand (Colman Domingo) in der idyllischen Hazienda einen sicheren Rückzugsort zu finden. Wie zu erwarten war, haben sie sich bitter getäuscht. Wenn wir eins gelernt haben, dann dass es in der Zombieapokalypse so etwas wie Sicherheit nicht gibt. Dabei gilt das altbewährte Prinzip: Nicht die Zombies sind die größte Bedrohung, sondern die Menschen.

Das Midseason-Finale Shiva führte nochmal vor Augen, wie irrationale Entscheidungen zur Katastrophe führen können. Dabei stand alles im Zeichen des Wahnsinns: Von der komplett durchgeknallten Celia (Marlene Forte), die aus der Erscheinung der Zombies eine perverse Religion macht, bis zum verwirrten Daniel, der von der Geistererscheinung seiner Frau in den Irrsinn getrieben wird. Sie alle denken, dass sie die neue Welt verstehen. In Wirklichkeit werden sie von den Ereignissen zerstört.

Celia: Der Tod ist der Anfang

Nachdem Strand seinen kranken Geliebten erschossen hat, um ihn vor dem Schicksal des Zombie-Daseins zu bewahren, wird er von der rasenden Celia konfrontiert. Strand der Feigling hätte sich beißen lassen sollen, dann wäre er zumindest im Tod mit seinem Partner vereint gewesen. Aus Wut verstößt Celia die Neuankömmlinge: Sie haben einen Tag Zeit, um die Villa zu verlassen.

Einzige Ausnahme ist Nick (Frank Dillane), der Celias Faszination mit den Untoten scheinbar teilt. Das Verständnis zwischen Celia und Nick gefällt seiner eifersüchtigen Mutter Madison ganz und gar nicht. Und so tut sie das in ihren eigenen Augen einzig Richtige: Madison verfüttert die fanatische Celia bei lebendigen Leib an die Zombies, die diese aus Mitgefühl in den Keller gesperrt hat. Eins zu Null für die Übermutter.

Daniel: Ein zündender Abgang

Auch wenn Daniels Brandanschlag auf die Villa die Geschichte vorangetrieben hat, hinterlässt sein Tod einen bitteren Nachgeschmack. Daniel war bisher der vernünftigste der gesamten Truppe. Er schien die nötigen Survival-Skills zu haben, um seine idiotisch handelnden Begleiter zweimal zu überleben.

Umso erstaunlicher ist es, dass er ohne Vorwarnung in der letzten Folge zum brabbelnden alten Mann wird, der Gespenster sieht und seine eigene Tochter Ofelia (Mercedes Marsöhn) in Gefahr bringt. Auch wenn Daniels Abgang einen gewissen Coolness-Faktor hat, machte sein Ende einen übereilten und unlogischen Eindruck. Als wäre den Machern eine möglichst dramatische Geschichte wichtiger als eine angemessene Entwicklung der Charaktere.

Daniel gehörte jedenfalls zu den beliebtesten Figuren der Serie, die im Vergleich zu “The Walking Dead” richtige Sympathieträger schmerzlich vermissen lässt. Ob die Serie ohne ihn funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Es war kein On-Screen Tod. Die Showrunner haben jedenfalls in einem Interview angedeutet, dass er zurückkommen könnte.

Christopher: Ein Milchbubi läuft Amok

Im Vergleich zu Daniel, der immerhin nur Fremde angriff, scheint Christopher komplett zum Soziopathen geworden zu sein. Schon in der vorletzten Episode zückte er ein Messer, um seine Stieffamilie hinterrücks im Schlaf zu meucheln. Im Finale läuft er schließlich davon, wobei der verzweifelte Travis ihm dicht auf den Fersen ist. Es kommt schließlich zum Showdown zwischen Vater und Sohn, wobei Christopher einen kleinen Jungen mit einer Pistole bedroht und seinen eigenen Vater mit dem Messer angreift.

Auch diese Entwicklung kommt irgendwie aus dem Blauen. Ausgerechnet der Milchbubi soll zum unberechenbaren Killer werden? Irgendwie kann man das nicht so Recht abkaufen, denn die Serie hat es nicht geschafft diese Entwicklung glaubwürdig vorzubereiten. Warum wollte er seine Stieffamilie töten? Vielleicht weil er unerlaubte Gefühle für seine Stiefschwester Alicia (Alycia Debnam-Carey) hegt oder weil er denkt, dass Madison ihm den Vater weggenommen hat. Aber warum greift er dann Travis an?

Travis bleibt auch in dieser Folge blass wie eh und je und ohne interessante eigene Agenda. Gleichzeitig scheint es logisch, dass Travis sich für seinen Sohn entscheidet und alleine mit ihm loszieht, um Madison und den Rest der Gruppe nicht zu gefährden. In den nächsten Folgen wird sich zeigen, ob er ihm etwas Verstand einbläuen kann oder ein Opfer unvermeidlich ist.

Midseason-Finale Review Fazit: Nick und Travis gehen ihren eigenen Weg

Am Ende treffen alle nochmal aufeinander, nur um sich kurz darauf zu trennen. Nick begegnet Travis und Chris und erkennt, dass er beide ziehen lassen muss. Während die Hazienda abbrennt, schließen sich Strand, Madison, Ofelia und Alicia zusammen, um die zurückgelassene Yacht zu suchen. In diesem Moment kehrt Nick von seiner erfolglosen Mission zurück. Als er Madison fragt, was passiert ist, hat diese keine passable Antwort. Nick realisiert, dass seine Familie die wahre Gefahr ist, und geht seinen eigenen Weg. Das ist auch richtig so. Die Zombies sind bei dieser Sippschaft wohl die bessere Gesellschaft.

In der letzten Staffel haben sich die Charaktere durchaus interessant entwickelt: Nick, der in der ersten Staffel extrem nervte, wurde zu einer starken Persönlichkeit, die der apokalyptischen Realität ins Auge sehen kann. Auch Madisons Entwicklung zur skrupellosen Matriarchin hat ihren Reiz. Strands Verlust machte ihn sympathischer und menschlicher. Die anderen Charaktere etwa Travis, Ofelia und Christopher sind leider weiterhin blass. Es bleibt spannend wie Teil B der 2. Staffel diese Entwicklung vorantreiben will. Jedenfalls können wir uns in den kommenden Folgen auf parallel verlaufende Geschichten einstellen. Die Frage ist, ob das funktioniert, immerhin hat die etwas kranke Dynamik innerhalb der Gruppe das größte dramatische Potential gehabt. Ob ein Handlunggstrang nur mit Travis und Christopher für den Zuschauer interessant ist, bleibt abzuwarten.

Außerdem erfahrt ihr hier, wo ihr “Fear the Walking Dead” im Stream anschauen könnt und wann ihr mit “Fear the Walking Dead” Staffel 3 rechnen könnt.