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„Elliot, der Drache“ – die Kritik

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Elliot, das Schmunzelmonster im Original Pete’s Dragon genannt hat Ende der 70er Jahre vielen Familien große Freude bereitet. Eine sympathische Abenteuergeschichte über die Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem magischen Drachen, realisiert als Mix aus Realfilm und Zeichentrick. Nette Gesangseinlagen verstärkten den Gute-Laune-Faktor noch und machten Elliot zu einem Klassiker von Walt Disney, der bis heute mit unglaublich vielen positiven Emotionen aufgeladen ist. Kein Wunder, dass diese kleine Perle zu den ersten Disneyfilmen gehört, die eine durchgehende Realverfilmung spendiert bekommen.

Dass bei einer so dicken Portion Glück aus der Kindheit die Ängste groß waren, dass der Charme des Originals bei der Realisierung auf der Strecke bleibt, ist zu verstehen. Unnötige Ängste, wie man jetzt feststellen kann. Denn Elliot, der Drache, wie die Neuausgabe von Regisseur David Lowery  nun heißt, hat seinen Vorgänger mit Respekt behandelt und sich bei der verbreiteten Grundstimmung stark an ihm orientiert. Wenn man dem Film etwas vorhalten könnte, dann seine betuliche Geschwindigkeit. Hochspannung und Rasanz? Weitgehend Fehlanzeige. Dafür Unmengen Herz, Witz und eine durchgehende, stille Magie, die sich durch die vollen 103 Minuten zieht.

Das liegt natürlich zunächst an der gelungenen Präsentation des Drachen. Eine wunderbare CGI-Täuschung, die durch immensen Detailreichtum besticht, und schon allein das Fell des sanften Riesen sowie seine Bewegungen zum optischen Hochgenuss werden lässt. Bereits wenige Minuten nach seinem ersten Auftritt, ist die Wahrnehmung komplett überzeugt: Dieser Drache lebt, und er ist irgendwo da draußen und er hat eine Seele.

Auch wie Nachwuchs-Schauspieler Oakes Fegley den Jungen Pete direkt in die Herzen der Zuschauer schlüpfen lässt, trägt stark dazu bei, dass man das großartige Abenteuer des in der Wildnis verlassenen Kinds emotional aufnimmt. Der ist nach einem Autounfall, bei dem seine Eltern sterben, nämlich völlig auf sich allein gestellt. Das heiß: Allein ist er streng genommen nur wenige Filmminuten. Dann trifft er auf das unwahrscheinlichste Lebewesen, das man sich vorstellen kann. Einen gewaltigen Drachen. Der kann fliegen, der kann sich tarnen und hat ansonsten das Gemüt eines jungen Hundes. Schnell stellt Pete fest: Der tut nix der will nur spielen. Und zusammen gelingt ihnen, womit niemand gerechnet hat. Ein gemeinsames Leben in der Wildnis.

Sechs lange Jahre geht das so, in denen die beiden Gefährten mehr als Freunde werden. Dann stößt eine Mitarbeiterin des Naturparks auf den verwahrlosten Jungen. Seine Geschichte mit dem Drachen nimmt ihm natürlich niemand ab. Doch wie schafft es der Kleine immer wieder, so schnell große Entfernungen zurückzulegen? Irgendwas bei dem sympathischen Knirps ist ganz entschieden seltsam. Und hat ihr Vater (Robert Redford) nicht immer wieder von einer wundersamen Begegnung im Wald erzählt, die er früher einmal hatte …

Wenn man ein Remake schaffen will, das komplett vom Geist des Vorgängers durchzogen ist, kann man es nicht besser machen als hier. Trotz unaufdringlichen Einsatzes modernster CGI-Technik strotzt Elliot, der Drache vor Charme, Wärme und Gefühl, was ihn zu einem echten Highlight des Familienabenteuers macht. Ein zart nostalgisch angehauchter Trip in Gefilde, die alten und jungen Seelen einfach guttun und der durch noch mehr Action wohl eher gelitten hätte. Und wenn man ganz ehrlich ist: Die Musikeinlagen der Vorlage fehlen auch niemandem.

Der Trailer zu Elliot, der Drache