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Die 25 besten Horrorfilme aller Zeiten

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Die besten Horrorfilme zu ermitteln, ist eine Lebensaufgabe und eine entsprechende Liste kann nur lückenhaft bzw. subjektiv gefärbt sein. Im Folgenden haben wir einen Streifzug durch die Jahrzehnte gemacht und hoffen, dass die eine oder andere Anregung für euch dabei ist. Ganz sicher fehlen bei einer Liste mit 25 Filmen mindestens 50 weitere und je nachdem, auf welche Weise man Horror eingrenzt, fallen auch einige der aufgezählten Filme vielleicht eher in den Bereich Thriller. Über eure Anregungen und Tipps in den Kommentaren freuen wir und andere Leser aber auf jeden Fall!

Platz 25: Frankenstein (1931)

Der junge Wissenschaftler Dr. Henry Frankenstein ist besessen von der Idee, selbst Leben zu erschaffen. In einem alten Wachturm wagt er mit Hilfe seines Assistenten Fritz ein schauriges Experiment: Aus Leichenteilen setzt er den Körper eines Mannes zusammen. Zur Vollendung seines Werkes fehlt ihm nur noch ein Gehirn, das Fritz für ihn stiehlt. In einer Gewitternacht gelingt es Frankenstein durch einen Blitzeinschlag, sein gruseliges Geschöpf zum Leben zu erwecken. Das hat grauenhafte Folgen …

James Whales aufwendige Adaption von Mary Shelleys Klassiker ist ein Meisterwerk des frühen Horrorkinos. Denn Whale besetzte Boris Karloff als von Menschenhand gemachte, gottlose Kreatur und schuf damit eines der schaurigsten und faszinierendsten Filmmonster. Wie Frankensteins Monster zum Leben erweckt wird, ist ikonenhaft. Dazu eine beeindruckender Kameraführung und eine düstere, aber auch zu Herzen gehenden Story – klassisch gut.

Platz 24: Suspiria (1977)

Die US-Amerikanerin Suzanne Banyon studiert an einer deutschen Ballettschule, wo sich mysteriöse Vorkommnisse häufen. Mehrere ihrer Klassenkameradinnen werden ermordet. Als Suzanne dem Täter auf die Spur kommen will, findet sie heraus, dass sich hinter der Ballettschule eine Organisation mit wahrhaft düsteren Absichten verbirgt.

Dario Argentos “Suspiria” gehört zu den bekanntesten und beliebtesten italienischen Horrorfilmen. Der Film fasziniert durch seine schrägen Einfälle und vermag es, den Zuschauer unentwegt zu erschrecken, durch unheimliche Geräusche und Effekte zu beunruhigen und ihn so 97 Minuten lang das Fürchten zu lehren. Und das funktioniert erstaunlich gut, obwohl der Plot kaum als solcher zu bezeichnen ist, so wenig wird tatsächlich erzählt. “Suspiria” ist ein Fest der cineastischen Effekte, eine Sinfonie des Unbehagens. Bis heute sehenswert und auf erhältlich.

Platz 23: Audition (1999)

Witwer Aoyama will wieder heiraten. Sein bester Freund, ein Fernsehproduzent, überredet ihn, ein Vorsprechen für einen fiktiven Film zu organisieren. Unter den Bewerberinnen soll sich Aoyama dann eine neue Frau aussuchen. Besonders die schüchterne Asami hat es ihm schließlich angetan. Doch kaum sind die beiden zusammengekommen, häufen sich seltsame Vorfälle. Nach der ersten Liebesnacht verschwindet Asami spurlos, um später in seinem Haus aufzutauchen. Dort lähmt sie Aoyama, um ihn grausam zu foltern …

Ein Meisterstück in Sachen Spannungsaufbau und ein herrlich in die Irre führender Film: “Audition” erinnert zeitweise an die ruhigen Beziehungsdramen eines Wong Kar-Wai, um dann besonders am Ende einen Grad an Schauerlichkeit und Brutalität zu erreichen, der gut und gern als “unerträglich” bezeichnet werden kann. Bis dahin versteht es Regisseur Takashi Miike, die Spannungsschraube minutiös immer etwas mehr anzuziehen … ein Film, der einem die Kehle zuschnürt und dann erbarmungslos schockt. Unvergesslich. Hier seht ihr den Trailer

Platz 22: Poltergeist (1982)

Die Familie Freeling wohnt in einer ruhigen Fertigbausiedlung in Kalifornien. Eines Tages kommt es zu seltsamen Vorkommnissen im Haus, Dinge bewegen sich wie von Geisterhand. Eines Nachts erwacht der Baum vorm Kinderzimmerfenster zum Leben und droht den Sohn zu verschlingen. Seine junge Schwester wird durch ein lichtdurchflutetes Tor in der Garderobe in eine andere Welt gesaugt. Ein Spezialist für Poltergeister wird engagiert, der den Freelings bei der Rettung ihres Kindes helfen soll…

Tobe Hooper führte hier zwar laut Credits Regie, “Poltergeist” ist aber ganz klar ein Steven-Spielberg-Film. Er produzierte und schrieb diese Spukgeschichte, die zu einem der opulentesten Effektfeuerwerke der 80er-Jahre avancierte. Doch Spuk reichte nicht. Die Filmemacher mischten auch noch eine gehörige Portion Monsterhorror hinzu. Wer meint, mit der obligatorischen Befreiung der Tochter aus der Zwischenwelt sei alles ausgestanden, sieht sich getäuscht. Denn im fulminanten Finale fallen reihenweise verweste Leichen über die Familie Freeling her. Selten war ein Genrefilm erst so familienfreundlich, dann so innovativ … und schließlich so erschreckend.

Platz 21: Martyrs (2008)

Lucie, ein junges Mädchen, wird furchtbar zugerichtet aufgegriffen. Sie war über längere Zeit in einem Kühllager gefangen gehalten worden. 15 Jahre verbringt es in einem Waisenhaus. Während dieser Zeit leidet Lucie unter Halluzinationen. Dann sucht sie eines Tages ein Einfamilienhaus auf und erschießt kaltblütig die ganze Familie – angeblich sind sie für das Leid verantwortlich, dass ihr damals zugefügt wurde. Ihre Freundin Anna hilft ihr dabei, die Leichen zu beseitigen. Doch dann entdeckt Anna, dass noch jemand im Keller des Hauses gefangen gehalten wird, genau so, wie damals Lucie …

Einer der härtesten, verstörendsten Horrorfilme der letzten Jahre. Einer, der die Grenzen des filmisch Zeigbaren und Zumutbaren neu auslotet und seine Zuschauer auch weit nach der Sichtung des Films fordert. “Martyrs” geht visuell an die Schmerzgrenze, der ganze Film bewegt sich auf einer transzendentalen Ebene, fasziniert mit Abstoßendem, schockiert mit seiner Radikalität und seiner komplexen Story, die Fragen aufwirft und Diskussionen provoziert. Nicht nur wegen seiner Härte. Kritiker lobten, dass hier den Franzosen endlich ein Horrorfilm gelungen sei, der den gerade in den letzten Jahren stetig wachsenden Zuschauererwartungen nach “härter, radikaler” endlich gerecht wird.

Platz 20: Die Vögel (1963)

Sämtliche Vögel an der amerikanischen Ostküste zeigen von einem Tag auf den anderen ein höchst aggressives Verhalten. Sie attackieren die Bürger einer kleinen Küstenstadt und lösen Chaos aus. Es gibt mehrere Tote zu beklagen. Der Anwalt Brenner rettet sich mit seiner Familie in sein Haus an der Küste. Kaum dort angekommen, attackieren die Vögel sein Haus und finden durch den Kamin einen Weg ins Innere …

Einer von Hitchcocks besten Filmen. Der Meister des Suspense bewegt sich auf klassischen Horrorpfaden, wenn er Scharen von hackeifrigen Vögeln auf ahnungslose Kleinstadt-Amerikaner loslässt. Hier regiert der Schock und die Angst – eine Erklärung für das Verhalten der Vögel gibt Hitchcock nicht … und erreicht damit ein Höchstmaß an Spannung. Nach 50 Jahren immer noch ein starker Film. 2007 entstand das Remake “Die Vögel 2 – Die Rückkehr”, den Trailer dazu seht ihr hier. 

Platz 19: So finster die Nacht (2008)

Der zwölfjährige Oskar lebt in einer grauen Betonsiedlung vor Stockholm. Von seinen Mitschülern immer wieder drangsaliert, freut sich Oskar, auf dem Hof nach Sonnenuntergang die gleichaltrige Eli kennen zu lernen. Die zwei freunden sich an. Bald entdeckt Oscar, dass das seltsame Mädchen ein Vampir ist. Und der lehrt Oskar, sich gegen seine Mitschüler zu wehren. Doch damit nicht genug, der Vampir braucht Blut. Und so häufen sich in Oskars Viertel bald mysteriöse Todesfälle.

Ein erfrischend anderer Vampir-Horror. Anders, da er sich seinem Thema aus der ungewöhnlichen Perspektive von Kindern nähert. In einer wohl ausbalancierten Mischung aus Grusel, Horror und Sozialdrama darf hier ein gehänseltes Kind endlich einen Freund finden … und zurückschlagen. Daneben geht das Schicksal des jungen Vampirs und derer, die ihn lieben, wirklich zu Herzen. Und nicht zuletzt die nüchterne, bewusst splatterarme, wohldosiert schockierende Inszenierung macht “So finster die Nacht” zu einem herausragenden Genrestück, dass auch in 20 Jahren noch faszinieren wird. Eben, da sich das Werk so konsequent den Genre-Manierismen verweigert und doch ganz und gar Genrefilm ist.

Platz 18: Blair Witch Project (1999)

Im Herbst 1994 machen sich drei Studenten in die Wälder von Burkittsville, Maryland auf. Sie wollen mit einer Handkamera einen Dokumentarfilm über eine angeblich in den Wäldern lebende Hexe drehen. Sie verschwinden spurlos. Ein Jahr später werden ihre Filmaufnahmen gefunden. Daraus geht hervor, dass die Drei sich in denn Wäldern verlaufen haben. Einer von ihnen ist nach einer unruhigen Nacht im Zelt verschwunden. In der folgenden Nacht glauben die anderen, seine Hilfeschreie zu hören und folgen der gequälten Stimme in ein zweistöckiges Haus. Als die beiden in den Keller stürmen, da sie dort ihren Freund vermuten, gibt es einen gewaltigen Schlag auf die Kamera. An dieser Stelle bricht die Aufnahme ab.

Die Mutter der Found-Footage-Filme. Mit “Blair Witch Project” nahm das Genre eine gänzlich neue Wendung und vollbrachte das Kunststück, den Zuschauer mit Geräuschen, verwackelter Handkamera und eben nicht mit ausgeklügelten Gore-Effekten zu schocken. Der Film transportierte Angst, Terror und Entsetzen in einer ganz neuen Dimension von der Leinwand herunter. Und er spielte geschickt mit den Zuschauern, indem die Macher z.B. auf der DVD fiktive Nachrichtensendungen über die Geschehnisse aus dem Screenplay beisteuerten. So mancher dachte plötzlich “Oh Gott, es ist alles wahr!?” Großartig – eine wunderbare Idee für einen Horrorfilm.

 

Platz 17: Conjuring – Die Heimsuchung (2013)

In einem abgelegenen Farmhaus wollen Carolyn und Roger Parren mit ihren fünf Mädchen das Familienleben genießen. Doch bald schon stören unheimliche Ereignisse den Frieden. Alle Uhren bleiben regelmäßig um 03.07 Uhr stehen, Carolyn wacht mit Schürfwunden auf und die Kinder berichten von mysteriösen Geschehnissen. Lorraine und Ed Warren, Spezialisten für paranormale Vorkommnisse, stellen fest, dass ein Fluch auf dem ganzen Gelände liegt – und der greift auch auf die Ermittler über…

James Wan hat sich als Meister der Gruselschocker etabliert. Nach “Insidious” und vor “Insidious: Chapter 2″ inszenierte der in Malaysia geborene Filmemacher den spannenden Horror-Hit “Conjuring – Die Heimsuchung”. Statt auf Brutalität und Blut setzt Wan auf subtilen Grusel und wohldosierte Schreckmomente. Für alle Horrorfans, die unterschwellige Spannung statt hartem Splatter bevorzugen, ist “Conjuring – Die Heimsuchung” die ideale Wahl. Auch die Fortsetzung “Conjuring 2″ konnte 2016 überzeugen. Hier der Trailer zur Fortsetzung:

Platz 16: Die Fliege (1986)

Der Wissenschaftler Seth Brundle hat eine Maschine erfunden, mit der Teleportation von Materie möglich ist. Brundles Selbstversuch läuft allerdings schief. Denn mit Brundle befindet sich eine Fliege in der Teleportationskapsel. Die Gene des Insekts vermischen sich mit denen des Wissenschaftlers. In einem langwierigen, schmerzhaften Transportationsprozeß wird Brundle zu einem aggressiven Monster, einer gigantischen Fliege…

David Cronenbergs 1986 entstandener Horrorfilm ist bereits die zweite und mit Abstand die beste Kino-Adaption einer Kurzgeschichte des Autors George Langelaan, die 1957 im Magazin Playboy erschien. Cronenberg hatte mit Jeff Goldblum einen zu allem entschlossenen Hauptdarsteller im Team, der mit sichtlichem Spaß an der Sache den Make-Up-Marathon bei seiner Verwandlung vom Beau zum Flo, Verzeihung, Fliege über sich ergehen ließ. Vor allem in Sachen Make-Up setzte “Die Fliege” Maßstäbe. Da fallen Fingernägel ins Waschbecken, Goldblum kann sich ohne Probleme Zähne ausziehen, bevor er sich zur gigantischen Fliege häutet – Ekel garantiert. Im Finale macht er sogar vom äußerst ätzenden Fliegenschleim, den das Insekt zum Verflüssigen seiner Nahrung einsetzt, Gebrauch. Gerade diese Szenen gehören zu den anstrengendsten Gore-Szenen überhaupt und genießen unter Horrorfans Kultstatus. Ansonsten ist “Die Fliege” spannend erzählt, stark gespielt und treibt dramaturgisch unaufhaltsam auf die entsetzliche Katastrophe zu. Ein starkes Remake, das in dieser Liste der besten Horrorfilme nicht fehlen darf.

Platz 15: Das Omen (1976)

Die Frau von US-Botschafter Robert Thorn hat direkt nach der Geburt ihr Kind verloren. Spontan entschließt sich das Paar, das Kind von einer Frau zu adoptieren, die bei der Geburt gestorben ist. Noch ahnt niemand, wen die Thorns da großziehen: Der kleine Damien ist Satans Sohn. Der Leibhaftige hat ihn unter die Menschen geschmuggelt, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Als Damien 6 Jahre alt ist, häufen sich in seiner Umgebung grausame Todesfälle. Thorn geht Damiens Herkunft auf den Grund und als er erkennt, wessen Sohn Damien tatsächlich ist, setzt er alles daran, Satans Plan zu vereiteln.

“Superman”-Regisseur Richard Donner gelang mit “Das Omen” ein Klassiker des Horrorfilms. Allerdings wurde der Film nicht wegen seiner Geschichte von des Teufels Brut auf Erden oder gar der Mitwirkung von Gregory Peck berühmt., Die Massen zog es ins Kino, weil sie die zahlreichen originellen Todesarten sehen wollten, mit denen Diabolus seine Feinde ins Jenseits beförderte. Legendär ist die Enthauptung David Warners mit einer Glasplatte oder die Pfählung eines Priesters mit einer stählernen Fahnenstange, die von einer Kirche herabstürzt. Komponist Jerry Goldsmith wurde für die beeindruckende Filmmusik mit dem Oscar ausgezeichnet. Und die sollte man wirklich nicht nachts allein zu Hause im Dunkeln hören.

Platz 14: Nightmare on Elm Street: Mörderische Träume (1984)

Teenager Nancy und ihre Freunde werden von Albträumen geplagt. Darin jagt sie ein Mann mit Brandnarben im Gesicht und einem Handschuh mit Klingen. Nicht genug damit, Nancy und ihre Freunde erwachen nach den Albträumen mit Verletzungen, die ihnen im Traum zugefügt wurden. Schließlich wird Nancys Freundin im Schlaf brutal ermordet. Nancy stellt Nachforschungen an und findet heraus, dass es sich bei dem Mann ihrer Alpträume um Freddy Krueger handelt – einen Kindermörder, der von ihren und den anderen Eltern verbrannt wurde. In den Träumen der Teenager kehrt er nun zurück und sinnt auf Rache.

Wes Craven hatte hier eine originelle Idee für eine neue Form von Schrecken im Kino und er wusste sie auch perfekt umzusetzen. Die Prämisse, dass die wahre Bedrohung erst im Schlaf kommt – genau dann, wenn man sich nicht wehren kann – schlafen muss jeder irgendwann – sorgte für echte Beklemmung. Robert Englund als Freddy Krueger mit seinem tatsächlich furchterregenden Make-Up und dem faszinierenden Klingenhandschuh ist ein absolut unvergesslicher Bösewicht. Und allein die Szene, in der ein junger Johnny Depp durch sein Bett mitsamt seiner Stereoanlage in die Hölle gesaugt und als Blut-Fleisch-Fontäne wieder ausgespuckt wird, ist klassisch gut. Die “Nightmare”-Serie hatte viele Fortsetzungen, manche sogar richtig gelungen. Aber so originell wie der erste war keiner. Ein Muss auf dieser Liste: Ansehen!

Platz 13: Der weiße Hai (1975)

Vor der Küste des Seebades Amity kommt es zu einer tödlichen Hai-Attacke. Der neue Polizeichef Brody drängt auf eine Schließung der Strände, doch die Anwohner und auch der Bürgermeister wollen sich das Tourismusgeschäft der Sommermonate nicht durch die Lappen gehen lassen. Als ein kleiner Junge bei einer zweiten Hai-Attacke stirbt, brechen der alte Hai-Fänger Quint zusammen mit Brody und dem Wissenschaftler Hooper mit Quints altem Boot auf, um dem Hai den Garaus zu machen. Der Verfolgte entpuppt sich als listiger, gigantisch großer, weißer Hai. Auf offener See kommt es zum tödlichen Kampf zwischen Mensch und Tier.

Es dürfte an diesem Steven-Spielberg-Klassiker liegen, dass Generationen von Kinogängern beim Baden im Atlantik immer ein bisschen Angst haben … und traurigerweise auch, dass der weiße Hai aufgrund des Films mittlerweile durch gnadenlose Jagd derart dezimiert wurde, dass er unter Artenschutz steht. Aber zum Film: Ganz großes Schocker-Kino ist hier gelungen, dessen Hysterie vom Kinosaal ins reale Leben schwappte – siehe Beginn dieses Textes. Die Bedrohung durch ein Meerestier, das Menschen verspeist, ist ein Meisterwerk an Suspense, überwiegend Gore-freiem Schrecken – nur ganz am Schluss wird es richtig eklig blutig – und atmosphärischer Bedrohung. Superstars Roy Scheider, Robert Shaw und Richard Dreyfuss bieten Höchstleistungen als ungleiches Trio auf Hai-Jagd, der Hai selbst ist nur so kurz zu sehen, dass er wirklich bedrohlich wirkt, und nicht zuletzt sorgt der unvergessliche Score von John Williams mit einem der berühmtesten Filmmusik-Motive aller Zeiten für Gänsehaut.

Platz 12: The Descent – Abgrund des Grauens (2005)

Sechs Freundinnen reisen zu einem Extremsportwochenende in die Berge. Geplant ist eine Höhlenbesichtigung auf bislang scheinbar noch nicht beschrittenen Wegen. Die Klettertour wird zum Horrortrip, als es tief unter der Erde zu Unfällen kommt und die Frauen bemerken, dass sie in den Höhlen nicht allein sind …

Wer hätte gedacht, dass in dieser britischen Produktion ein moderner Klassiker des Genres steckt: Neill Marshalls Story um sechs Höhlenkletterinnen ist erst Psychothriller, dann Splatterorgie und kriegt im Finale sogar noch die Kurve zum Woman-Revenge-Movie. Die Schocks sind perfekt getimt, man spürt die Klaustrophobie der Akteure tief unter der Erde, man zittert mit, wenn die “anderen Bewohner” losschlagen und atmet regelrecht auf, wenn der Abspann kommt – so eine Tour de Force ist “The Descent”. Wer hier nicht zuckt, ist schon tot. Ein Hammer von einem Film, dessen Horror wirklich fertig machen kann.

 

Platz 11: Freitag, der 13. (1980)

Eine Gruppe Jugendlicher zeltet an einem See und zwar in der Nähe der Stelle, an der vor Jahren ein Junge im See ertrank. In der Nacht von Freitag, dem 13. werden sie von einem Meuchelmörder heimgesucht, der sich mit einer Machete durch die Gruppe schlachtet.

“Freitag, der 13.” ist der Beginn einer der erfolgreichsten Horrorfilmserien der Welt. Mittlerweile bringt es die Serie auf elf Teile und ein Spin-Off. Abgesehen davon ist Sean S. Cunninghams Produktion ein Meilenstein des Slasherfilms. Das Motiv von John Carpenters “Halloween – Die Nacht des Grauens” aufgreifend, drehte Cunningham die Schock-Schraube ein gehöriges Stück weiter, setzte auf Splatter und Terror anstatt auf Suspense und Atmosphäre und traf damit 1979 genau den Nerv des Publikums. Und auch heute noch machen dem Horrorfan Szenen wie die, in der ein junger Kevin Bacon höchst innovativ von unter dem Bett aus erdolcht wird, richtig Spaß. Maskenbildner Tom Savini hat in diesem Horrorfilm ganze Arbeit geleistet.

Platz 10: Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas (1974)

Eine Gruppe Mitzwanziger ist unterwegs in der texanischen Prärie. Ihre Rast an einer scheinbar verlassenen Ranch wird zum Albtraum: Eine ortsansässige Metzgerfamilie greift die Gruppe an und tötet ihre Mitglieder nacheinander auf grausame Weise. Nur eine der fünf Reisenden kann in letzter Sekunde fliehen.

“The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas” ist mitnichten das blutrünstige Splatter-Spektakel, dass deutsche Behörden seit Jahren in Tobe Hoopers Film sehen und ihn deswegen immer wieder beschlagnahmen. In Wahrheit hat Tobe Hooper 1974 den Archetypus des Terrorkinos geschaffen. Eine verstörende, vor Unbehagen knisternde Studie über das Entsetzen angesichts menschlichen Wahnsinns und daraus resultierender körperlicher und seelischer Gewalt. Es ist nicht die Motorsäge von Kultfigur Leatherface, die im Gedächtnis bleibt. Es sind die weit aufgerissenen, von Angst, Ungläubigkeit und Schreck erfüllten Augen von Hauptdarstellerin Marilyn Burns, die zu begreifen versucht, was für entsetzliche Psychopathen ihr hier nach dem Leben trachten. Einige sehen in diesem Horrorfilm auch eine subtilere Erzählung über das Leben eines Kindes in der Erwachsenenwelt. Dazu wird auch oft die Situation herangezogen, in der Marilyn Burns mit der Familie am Tisch sitzen und alle über sie lachen. Etwas, das viele auch aus ihrer Kindheit kennen: Man versteht nicht warum die Erwachsenen lachen und ihre Gesichter verzerren sich zu bedrohlichen Fratzen. Ein kompromissloser, offensiver, provokativer, fordernder Film – ein in jeder Hinsicht unvergessliches Erlebnis.

Platz 9: Scream – Schrei! (1996)

Ein Killer im schwarzen Kostüm mit einer weißen Maske, die Edvard Munchs Gemälde “Der Schrei” entlehnt ist, tötet in einer US-Kleinstadt die Schüler einer Highschool. Ein junger Polizist, eine sensationssüchtige Reporterin, sowie eine Gruppe Horrorfilm-Fans versuchen auf unterschiedliche Arten, den Mörder zu überführen. Vor allem die Schülerin Sidney Prescott vermutet den Mörder in ihrem Freundeskreis.

Horrormeister Wes Craven lieferte mit “Scream – Schrei!” eine ungewöhnlich gut funktionierende Mischung aus Slasherfilm und Persiflage. Der Film ist hart, flott, witzig und blutig. Und er ist reich an Zitaten aus allerhand Kultschockern der Filmgeschichte. Gerade letzteres macht Cravens Kleinod zu einem herrlichen Vergnügen für Horror-Freaks. Auf dem Film-Franchise basiert auch die US-amerikanische Horror-Serie “Scream”, die in die dritte Staffel geht – ihr könnt sie bei Netflix streamen. Hier seht ihr Infos zur neuen Staffel:

Platz 8: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Die Crew des Weltraumfrachters Nostromo folgt einem Notruf auf einen abgelegenen Planeten. Dort entdeckt sie die Überreste einer extraterrestrischen Raumfahrtmission. Crew-Mitglied Kane wird von einem seltsamen Tier angegriffen, das sich an seinem Gesicht festsaugt. Wieder an Bord bricht aus Kanes Brustkorb ein außerirdisches Wesen hervor. Das Alien flüchtet in die weitläufigen Lüftungsanlagen der Nostromo. Für die restliche Crew beginnt ein grausamer Überlebenskampf.

Die Grundidee von Ridley Scotts Sci-Fi-Horror-Klassiker ist an sich einfach: Wir verlegen den typischen Gefahr-aus-dem-All-Plot in den Mikrokosmos eines Raumschiffs. Was Scott und sein Produktionsteam aus dieser Idee und der Verquickung zweier Genres letzten Endes herausholten, ist großartig. Vor allem dem Entschluss, eine Frau zur stärksten Figur zu machen, gebührt Beifall. Dann mal so richtig schmutzigen Science Fiction zu inszenieren, in der Raumfahrt längst zu etabliertem Industriestandard gehört – das ist interessant und reizvoll. Doch am meisten besticht “Alien” durch die perfekte Inszenierung des Terrors, der Angst, des Schreckens. Die spiegelt sich nicht in blutigen Gemetzeln – richtig blutige Szenen gibt es nur wenige – sondern vor allem in den Augen der Nostromo-Crew, die dem Monster hilflos ausgeliefert ist. Ein Film, der Horror und Science Fiction neue Dimensionen erschloss und daher auf dieser Liste unverzichtbar ist.

Platz 7: Braindead (1992)

Mit 25 Jahren ist Lionel immer noch ein Muttersöhnchen. Die Wende kommt, als ihn diese Mutter sogar eifersüchtig bei einem Date mit der süßen Paquita verfolgt. Im Zoo wird Mutter von einem Sumatra-Rattenaffen gebissen. Sie stirbt kurz danach, um dann als Zombie wieder aufzuerstehen. Der Anfang eines gigantischen Zombie-Gemetzels, bei dem Lionel einiges an Schrecken und Blut bevorsteht.

“Braindead” ist der dritte Film von Herr-der-Ringe-Macher Peter Jackson und zugleich einer der unterhaltsamsten Horrorfilme aller Zeiten. Was Jackson hier an schrillen Einfällen (vögelnde Zombies, ein Zombie-Baby, ein angriffslustiger menschlicher Darm, ein Rasenmäher als Zombiewaffe) liefert, versetzt auch 22 Jahre später noch in Staunen. So rasant, explizit, effektgeladen und gleichzeitig komisch war bisher kein Genre-Vertreter. Den Film seht ihr kostenlos bei Netzkino im Stream, hier ist das Video (Startbild ignorieren)!

Platz 6: The Ring (1998)

In japanischen Schülerkreisen kursiert die Legende von einem geheimnisvollen Videoband,dessen Betrachter genau eine Woche nach Sichten des Bandes zu Tode kommen. Nach dem rätselhaften Tod ihrer jungen Cousine beschließt die Reporterin Keiko, der Legende nachzugehen. Sie wittert eine neue Story. Dabei gerät sie selbst in Besitz des Videobandes und kann sich das Ansehen nicht verkneifen. Ahnend, dass nun auch für sie die Uhr tickt, versucht Keiko vor Ablauf der Woche das Geheimnis des Bandes zu lüften.

Kaum ein Film hat den uralten japanischen Mythos vom Geisterhaftem, das in die reale Welt eindringt, so düster, gruselig und faszinierend umgesetzt wie “The Ring”. Hideo Nakatas Roman-Adaption servierte eine ganz neue Dimension des Schreckens: Derart unvermittelt sprangen hier Charaktere ins Bild, dass der Zuschauer gewaltig zusammenzucken musste. Ausgedehnte Sequenzen in völliger Stille lassen einen vor Anspannung im Sessel herumrutschen, und nicht zuletzt ist der Geist, der aus dem Fernseher kriecht, schaurig anzusehen. Zudem spielte Nakata geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums: Immer, wenn man glaubt, den Film durchschaut zu haben, kommt eine gänzlich unerwartete Wendung. Gelungener Horrorstreifen!

Platz 5: Tanz der Teufel (1981)

Fünf junge Leute finden in einer Waldhütte ein Tonband. Darauf enthalten ist eine Beschwörungsformel. Das Abspielen setzt Dämonen frei, die von den Jugendlichen nacheinander Besitz ergreifen und sie zu brutalen Mördern machen. Nur einer der Freunde leistet bis zuletzt Widerstand.

“Tanz der Teufel” ist Splatter-Kult. In Deutschland war Sam Raimis Genrestück von 1982 acht Jahre lang sogar in der geschnittenen Fassung verboten. Kein Wunder: Wenn mit einem Bleistift ein graziler Frauenknöchel durchbohrt, eine junge Schönheit von Ästen quasi vergewaltigt und Bruce Campbell beim Dämonengefecht reihenweise mit Schleim, Blut und Gedärm bespritzt wird, läuten bei den deutschen Behörden die Alarmglocken. Der Fan jubelte angesichts dieser gruseligen, düsteren, gewaltvollen, atmosphärisch dichten, aber immer auch selbstironischen Achterbahnfahrt des Grauens. Bis heute Sam Raimis bester Film.

Platz 4: Zombie – Dawn of the Dead (1978)

Die USA wird von einer Epidemie heimgesucht, die die Körper gerade Verstorbener als Untote wiederauferstehen lässt. Diese Zombies gieren nach Menschenfleisch. In den US-Großstädten regiert bald das Chaos, die Infrastruktur des gesamten Landes droht zusammenzubrechen. Zusammen mit zwei befreundeten Polizisten retten sich ein Verkehrshubschrauberpilot und seine Freundin auf das Dach einer Shoppingmall. Nach langen, lebensgefährlichen Kämpfen können sie das Einkaufszentrum unter ihre Kontrolle bringen. Doch vor den Türen lauern Tausende Zombies … und eine plündernde Rockerbande.

“Zombie – Dawn of the Dead” ist George A. Romeros zweiter Zombiefilm nach “Night of the Living Dead” und gleichzeitig der beste Film seiner “Dawn”-Reihe, die mittlerweile auf fünf Filme angewachsen ist. Neben extrem harten Gore-Szenen, einer starken Dramaturgie und rasant inszenierten Actionszenen beeindruckt der Film durch seinen sozial provokanten Unterton: “Zombie” ist vor allem eine düster-pessimistische Abrechnung mit dem Konsumverhalten westlich zivilisierter Bürger, ein trauriges Porträt von Menschen, die nach dem Retten der eigenen Haut erneut hemmungslos der Akkumulation materieller Güter frönen und dabei sich selbst, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, ihre eigene Seele vernachlässigen. Bis die nächste, tödliche Bedrohung naht … Einer der spannendsten, dank Maskenbilder Tom Savini faszinierendsten und härtesten sowie intelligentesten Horrofilme überhaupt. So gut war Romero hinter der Kamera nie wieder.

Platz 3: Halloween: Die Nacht des Grauens (1978)

Kalifornien 1963. In der Halloweennacht ersticht der sechsjährige Michael Myers seine ältere Schwester. 15 Jahre lang sitzt Myers in psychiatrischer Sicherheitsverwahrung, dann, pünktlich zu Halloween, bricht er aus. Sein Arzt, Dr. Loomis, vermutet, dass Myers erneut an Halloween in seinem Heimatort morden will. Und er irrt sich nicht. John Carpenter leistete mit “Halloween – Die Nacht des Grauens” Pionierarbeit. Der Film gilt als Initiator der Slasherfilm-Welle, die dann mit “Freitag, der 13.” richtig Fahrt auf- und an Blutgehalt gewaltig zunahm. Die Story geradezu unverschämt simpel, konzentrierte sich Carpenter um so mehr auf Stimmungen, Stil und bewies ein herausragendes Timing für Schocks. So erschuf er den Prototyp des 80er-Jahre-US-Horrorfilms. Prima Darsteller, eine originelle Kameraführung, starke Lichteffekte, effektvolle Filmmusik. Passt das alles, geht es sogar ohne kübelweise Blutvergießen. Einer von John Carpenters besten Filmen, getoppt eigentlich nur von seinem SciFi-Film “Die Klapperschlange”.

Platz 2: Shining (1980)

Der erfolglose Schriftsteller Jack Torrance verbringt den Winter mit Frau und Kind als Hausmeister in einem leerstehenden Luxushotel in Colorado. In der Abgeschiedenheit der Berge will er in Ruhe an seinem Roman arbeiten. Doch dann ergreift eine geheimnisvolle, teuflische Macht von Jack Besitz. Zusehends in den Wahnsinn treibend tauscht Jack bald die Schreibmaschine gegen eine Axt ein und macht in den leeren Fluren des Hotels Jagd auf Frau und Sohn.

Auch wenn Autor Stephen King von der Verfilmung seines gleichnamigen Romans nicht überzeugt war, Stanley Kubricks “The Shining” ist ein Horror-Meisterwerk. Kubrick plante, den unheimlichsten Film aller Zeiten zu drehen. Und im Großen und Ganzen ist ihm das gelungen. Und das ganz ohne Splatter und endlose Schlitzereien, die das Genre so gern präsentiert. Allein schon visuell hat Kubrick die Kingsche Geschichte über das Driften in den Wahnsinn und spontane Mordlust herausragend umgesetzt. Die aus dem Hubschrauber gefilmte Eingangssequenz, die Jack Torrance’ Auto auf einer Bergstraße folgt, wirkt bedrohlich. Das gigantische, menschenleere Hotel mit seinen endlosen Fluren und weiten Ballsälen ist ein Monstrum für sich, das Heckenlabyrinth unheimlich. Allein bildlich ein perfekter Lieferant für Unbehagen, setzt Jack Nicholson mit seiner Verwandlung vom erfolg- und harmlosen Autor zum psychopathischen Killer dem Ganzen schauspielerisch die Krone auf. Dazu kommen reihenweise Andeutungen und Subtexte in der Geschichte, die Filmenthusiasten und Historiker bis heute beschäftigen – 2012 wurde darüber sogar mit “Room 237″ ein Dokumentarfilm gedreht. Das hier ist elegant serviertes, großartig in Szene gesetztes, auf Schockeffekte verzichtendes und deshalb wirkungsvolles Schreckenskino. Ein Klassiker.

Platz 1: Der Exorzist (1973)

Die zwölfjährige Tochter einer berühmten Filmschauspielerin leidet seit kurzem unter hysterischen Wutausbrüchen und schweren Krämpfen. Die Ärzte können dem Mädchen nicht helfen, und so sucht die Mutter Beistand bei der katholischen Kirche. Zwei Jesuitenpater diagnostizieren, dass das Mädchen vom Teufel besessen ist und unterziehen den Teenager einem Exorzismus, der für alle zu einer grauenvollen Tour de Force wird.

Mit “Der Exorzist” hat William Friedkin nach Meinung vieler Zuschauer und der Kritik den unheimlichsten Film aller Zeiten gedreht. Friedkin adaptierte die Literaturvorlage des Jesuitenschülers William Peter Blatty zu einem cineastischen Schauerstück aus Schocks und stetig spürbarer Bedrohung. Dabei werden christliche Werte über den Haufen geworfen, darf die junge Linda Blair kübelweise Erbsensuppe spucken, während Altmeister Max von Sydow als Pater Merrin an seiner Aufgabe zu zerbrechen droht. Tricktechnisch, schauspielerisch und atmosphärisch bewegt sich dieser Film auf höchstem Niveau. Wer sich nun auch der Geschichte hingibt, einfach mal dran glaubt, der hat tatsächlich eins der bedrohlichsten Filmerlebnisse überhaupt. Denn der Horror hat hier keine greifbare Form … und ist somit erschreckender als jedes Filmmonster. Der Teufel im Körper eines kleinen unschuldigen Mädchens kann ungehindert wüten. Es scheint kein Mittel gegen ihn zu geben. Er ist nicht zu rationalisieren, menschlicher Scharfsinn oder Logik sind machtlos. Das macht höllisch Angst. Ein großartiger Film. In den USA lief 2016 auch eine Serienadaption des Films, die allerdings ziemlich floppte, dennoch hier der Trailer zu dieser Fox-Produktion: