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„Bastille Day“ – die Kritik

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Umgeben von riesigen sozialen Brennpunkten, gesellschaftlich überhitzt, gärende soziale Unzufriedenheit: Seit langem heißt es, Paris sei einen missglückten Polizeieinsatz von Aufruhr und Chaos entfernt. Wer dann noch weiß, wie man soziale Medien und Presse zur Massenmanipulation einsetzt, kann das entsprechend nutzen. Speziell, wenn ein massives Ablenkungsmanöver sein erklärtes Ziel ist.

Doch erst mal richtig Druck im Kessel machen: eine kleine Bombe hier, falsche Beschuldigungen da dazu noch ein gefaktes Poizeigewalt-Video… Im Nu ist die Stadt der Liebe ein Ort blanken Hasses. Mittendrin: CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba). Der hat eigentlich den Auftrag, den Bombenleger zu fassen. Einen Amerikaner – soviel zumindest steht fest. Weshalb man vorsichtshalber erstmal an den französischen Flics vorbei ermittelt. Lieber keine unnötigen Komplikationen…

Den bekommt er auch zu fassen. Ein kleiner Taschendieb – tief erschüttert von den Vorfällen. Die Tasche mit der Bombe? Nur Beute, die er einer jungen Frau abgenommen und gleich wieder abgestellt habe. Auch die Dame lässt sich finden ebenso traumatisiert. Nur eine Marionette. Stinkt für Briar und seine Instinkte alles zum Himmel…

Langsam wird ihm klar, dass im Hintergrund eine tödliche Macht die Fäden zieht. Doch da sind er und seine Gefangenen längst auf einer Todesliste gelandet. Das einzige Mittel, von der Liste wieder runterzukommen: Sich zum Kopf der mörderischen Hydra vorarbeiten. Gegen seine Befehle, gegen die französischen Kollegen und mit zwei potentiellen Mordopfern im Schlepptau, deren Loyalität unter diesen Extrembedingungen mehr als bezweifelt werden muss…

Ein starrköpfiger, harter Cop, der sich weigert nach den Regeln zu spielen…. Zugegeben: wirklich alles andere als neu. Doch wenn Idris Elba so etwas auf die Leinwand bringt, bekommt auch ein Rollen-Klischee das Premium-Siegel. Sein Agent im Wettlauf gegen den Tod ist wuchtig, erdig, extrem taff kein dynamischer Hochglanzagent sondern eher Veteran im unbeirrbaren Angriffsmodus. Kurz: Ihm zuzuschauen, wie er sich Terrier-ähnlich in das Geschehen verbeißt, macht einfach mächtig Laune. Auch Richard Madden als dauerflüchtender Taschendieb und Charlotte Le Bon als missbrauchte Aktivistin legen so unspektakuläre wie überzeugende Auftritte hin – ein Segen für die angenehm authentische Atmosphäre.

Getragen wird Bastille Day dabei von einer intelligenten und komplexen Story, die man Regisseur James Watkins – bislang eher Spezialist für gut gemachten Horror jederzeit abkauft. Jetzt noch eine hitzig Kameraführung, die die Jagd durch Paris optische mit reichlich Adrenalin auflädt – fertig ist der perfekte Thriller für Fans mit Anspruch. Ach ja: Muss man nicht wirklich erwähnen, dass er rasend spannend ist. Dazu wohltuend oldschool mit einem Hauch von Buddy-Movie – beides Ingredienzien, die der Freund grundsolider Action stets zu schätzen weiß. Und mehr braucht der auch gar nicht, für einen durchgehend lohnenden Filmabend.

Der Trailer zu Bastille Day