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Australien im Kampf gegen Jedis und Padawane

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Australier sind mehrheitlich freundlich, entspannt, liberal – und die Macht ist offenbar auch stark down under: Fast 70.000 der Australier haben sich bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 als Mitglieder des Jediismus bezeichnet – einer erstaunlich weit verbreiteten quasireligiösen Weltanschauung, die sich aus den Lehren von Yoda, Obi-Wan Kenobi und sonstigen prominenten Siegelbewahrern der hellen Seite der Macht speist.

Auf die Frage nach ihrer Religion hatte fast ein halbes Prozent der Bevölkerung damals Jedi angegeben, was Anhänger des Jediismus dort rein numerisch auf Augenhöhe mit den aus Indien stammenden Sikhs bringt  dazu etwa die Siebenten-Tags-Adventisten in puncto Mitgliederzahlen vor Neid erblassen lässt. Ausgangspunkt des erstaunlichen Ergebnisses war urspünglich wohl ein E-Mail-Joke, verstärkt durch generelle Unzufriedenheit mit der Regierung. Aber trotzdem: Zahlen lügen nicht (Menschen jedoch schon). Jetzt steht eine neue Volkszählung an. Und mehreren Parteien bereitet der Gedanke an ein erneutes statistisches Erstarken der Macht massives Unbehagen.

Da hätten wir schon mal die Regierung: Diese versucht ja aus den betreffenden Erhebungen reale Erkenntnisse, Pläne und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Und erweiterte Bevorratung mit braunen Kapuzenmänteln sowie verstärkte Anstrengungen auf dem Gebiet der Lasertechnologie gehören eigentlich nicht dazu. Erstaunlich missmutig äußerte sich jetzt auch die Fraktion der Atheisten. Durch die abertausenden Jedis wirke ihr Kontinent viel religiöser, als er in Wahrheit sei. Und das wäre ja ungerecht und irritierend allen Nichtgläubigen gegenüber.

Tatsächlich wurde jetzt extra eine Kampagne auf die Beine gestellt, alle Möchtegern-Jedis und Protest-Padawane davon abzuhalten, ihre Spiritualität auf den nächsten Umfragebogen auszuweiten. Das Motto: Wenn alte religiöse Männer in Mänteln dich nicht repräsentieren, bezeichne dich nicht als Jedi. Zusätzlich pikant: 2011 war Star Wars bei weitem nicht so angesagt, wie jetzt – gerade ein Jahr nach dem Reboot der Sternekriege. Das könnte der Jedi-Bewegung zusätzlich neuen Aufschub geben.

Bleibt für die Veranstalter zu hoffen, dass mit dem Erwachen der Macht nicht auch ein statistisches Erwachen der Jedis einhergeht. Ansonsten sollten sie sich bei ihren Erhebungen und Planzahlen auch an den großen Worte von Meister Yoda orientieren: Vorsicht Du walten lassen musst, wenn in die Zukunft Du blickst.